Chiasso-Schmuggel: Staatsgeheimnis oder Crime mit Spaßfaktor? (Teil 1)
Ein Gespenst geht um in den Gängen der Paläste der globalen Finanzwelt. Es malt Wertpapiere mit offiziell nicht existierenden Nennwerten an die Wand, trägt beglaubigte Dokumente mit der Unterschrift von Notenbankchef Ben Bernanke mit sich herum, schleicht sich in die Bank von Japan ein und besticht deren Vizegouverneur, taucht mit Anleihen und Bonds in Höhe von einem Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts an der italienisch-schweizerischen Grenze auf.
Das Gespenst erfindet mit Hilfe eines falschen deutschen Professors und einer angeblichen philippinischen Königin auf Mindanao einen gefundenen Schatz aus dem Zweiten Weltkrieg, der von einem Flugzeugabsturz herrühren soll. Das ist die Geschichte oder zumindest ein kleiner Teil davon und das wirklich Ungeheuerliche daran ist, dass sie wahr ist. Dass alles falsch ist. Zumindest, wenn man den Fundstellen im Internet misstrauen darf.

James "Kennedy" Bond enthüllt: 1 Milliardi Dollari, echt / falsch ?
Zuerst mal die neueste Entwicklung:
In wenigen Tagen soll nach Informationen der Zeitung "La Provincia di Como" vom Samstag, die mit der lustigen Überschrift: "Ein Angriff auf die US-Finanzwelt" berichtet, eine gerichtliche Zeugenanhörung von zwei "reichen japanischen Geschäftsleuten" stattfinden. Hieße dann ja, die beiden Schmuggler halten sich weiterhin in Italien auf. Zudem soll auch in dieser Woche die endgültige Bestätigung aus den USA eintreffen, ob die Bonds und Anleihen nun echt oder gefälscht sind. Das Blatt schreibt auch, dass der Chiasso-Zwischenfall sich just einen Tag danach ereignete, als Berichte von der Zentralbank in Moskau bekannt wurden, Russland wollte sich von einem Teil seiner US-Staatsanleihen trennen.
Ansonsten - Schweigen im Walde. Seitdem das Gerücht im Internet umgeht, dass einer der beiden von den italienischen Zöllnern am 3. Juni kurzzeitig festgenommen Japaner ein Mann namens Tuneo Yamauchi sein soll, lassen die offiziellen Stellen auf italienischer und US-amerikanischer Seite keinen Pieps mehr raus. Yamauchi soll der Schwager des Vize-Vorsitzenden der Bank of Japan namens Toshiro Muto sein.
Soweit nachvollziehbar, handelt es sich um ein Gerücht aus dem Umfeld des Vatikan, das auf der Seite von AsiaNews verbreitet wurde. Sie war der scheinbar kundige Ursprung der Information, eine Zweitquelle im Internet, von der das Zitat möglicherweise hätte stammen können, gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Lediglich eine rassistische Quelle aus den USA, der Holocaustleugner Hal Turner, behauptete, Namen und Videos von der Festnahme der Japaner zu haben, aufgetaucht ist bisher aber nichts davon.
AsiaNews war im übrigen auch der erste größere Aggregator für die Mitteilung der 'Guardia di Finanza' über den Chiasso-Fund, dessen Skandal nach und nach rund um den Globus bekannt wurde.
Trotzdem: Immer fröhlich Tuneo. In jüngster Zeit haben Nationalisten aus Japan reichlich Gerüchte über verhaftete Personen in Umlauf gebracht.
Letzte Woche noch hatte es sowohl von italienischer Seite und laut eines US-Offiziellen namens Meyerhardt - der die Bonds (auf Bildern im Internet!) begutachtet hatte - geheißen, die Wertpapiere seien eindeutig gefälscht. Eine Nachrichtenagentur hatte dann sogar die italienische Mafia ins Spiel gebracht und Reuters meldete schließlich:
… Another U.S. official said the seized bonds were purported to be issued during the Kennedy administration in the early 1960s, but the certificates showed a picture of a space shuttle on it -- a spacecraft that first flew in 1981. Some of the bonds were purportedly issued in a $500 billion denomination that never existed. … (Quelle)
Faltsch Wagoni? Bleiben wir aber vorher noch ein bisschen auf der "unerschütterlichen" regierungstreuen Linie des neuen japanischen Finanzministers Kaoru Yosano, gucken wir - wo denn der alte abgeblieben ist:
Too much angesichts des womöglich geplanten "Platzenlassens" der US-Währung? Mit ins Bild der Geschichte passt vielleicht auch der Mitte Februar zurückgetretene japanische Finanzminister Soichi Nakagawa, der auf dem G7-Finanzministertreffen ordentlich einen über den Durst getrunken hatte.
Ende März hatte dann übrigens das US-Schatzamt mitgeteilt, es hätte 134,5 Milliarden Dollar aus dem TARP-Fund zurückbehalten, die für die Stützung von US-Unternehmen angedacht waren. Reiner Zufall, dass dieser Betrag exakt der Summe der in Chiasso beschlagnahmten Anleihen und Bonds entspricht?
Last und nach Stand heute zumindest auch least an Neuigkeiten: In Terrassa bei Barcelona hat die spanische Polizei drei Aktentaschen mit "gefälschten" Kennedy Bonds in Höhe von insgesamt 16,5 Milliarden US-Dollar abgefangen, die aus dem Jahr 1934 stammen sollen. Dies berichtete die spanische Nachrichtenagentur EFE einen Tag bevor der Schmuggel in Chiasso aufflog. Wer sich so ein Papierchen in bester Qualität an die Wand hängen möchte, könnte auch in einem deutschsprachigen Forum (hier) womöglich fündig werden.
Soweit die Verschwörungsoption von offizieller Seite aus betrachtet. Doch die Geschichte nimmt ihren Lauf, windet sich um einen falschen Professor aus Deutschland, der erfundenerweise am liebsten den Genopuls der Zellforschung stimuliert ("Hans") und einer wundersamen philippinischen Sekten-Queen ("Sally"), in den USA aufgewachsen, die zusammen mit Ehemann Hans ein Photo-Finishing-Studio in Nevada betrieben hat. Auf die Bühne tritt auch verkanntes Genie aus Rochester im US-Bundesstaat New York, der zwar ein schlechter Vermögensberater, aber dafür ein wahrer Meister im Fälschen von akademischen Titeln ist ("Richard").
Die Geschichte von "Hans & Sally" in Kürze im Teil 2.

Kultig - Her Majesty Salvacion Legaspi-Kempe presents:
100.000.000$ Kennedy Bonds (Fotodate: 17.01.06)
Weiter geht's mit einem geheimnisvollen philippinischen Geschäftsmann mit vielen Pässen, der bis dato von den US-Behörden gesucht wird und doch so frei ist, sich eine Investmentfirma in den USA leisten zu können (Si, in Nevada registriert, Status: Active). Sein Name: Wilfredo Sarabia Saurin.

Saurins Passport - Wieder echt falsch: Psy-Op vom feinsten?
Die Story von Wilfredo Saurin und seinen unglaublichen Dokumenten, die haarige Geschichte mit dem fischigen "Office of International Treasury Control" (OITC) in Kürze im Teil 3.
Uff - man merkt schon, da ist viel Musik drin, und einige Noten bzw. Töne können nicht echt sein. Aber was die Medienlandschaft bisher verpasst hat (gewollt oder nicht), ist schon Schande genug und bietet allerlei Anlass zum Staunen. Deshalb nachfolgend in der gebotenen Kürze die Medien-Chronik aus "glaubhaften" Quellen über die wundersamen Bonds, die möglicherweise ihren Ursprung auf den Philippinen haben.
Als Blogger kommt man sich tatsächlich vor wie Indiana Jones auf der Jagd nach einem verlorenen Schatz (20min.ch), wobei die mangelnden Auskünfte respektive die Ahnungslosigkeit der Behörden sicher das ihrige dazu beitragen.
Februar 2001, Cagayan de Oro, Northern Mindanao
«Trillions of fake US bonds seized»
Die Polizei beschlagnahmt bei einer Hausdurchsuchung US Bonds im Gesamtwert von 2 Billionen Dollar (in engl.: $2 trillion) Dollar. Die Stückelungen reichen von 10.000 bis 250.000.000.
Neben anderen Währungen werden auch gefälschte deutsche Wertpapiere in einer Gesamthöhe von 10 Millionen (Angabe in Dollar) sichergestellt.
Ein Sprecher des US-Finanzministeriums sagte, die Fälschungen wären von sehr guter Qualität, aber einige der Bond-Nennwerte gäbe es überhaupt nicht. (Anm.: "Kommt einem irgendwie bekannt vor!")
Die Festgenommenen geben an, es handele sich bei den hohen Beträgen um einen Teil eines Fundes, der von einem längst vergangenen Flugzeugabsturz herrühre.
Einen Monat zuvor waren Banknoten und Wertpapiere in Höhe von 50 Milliarden Dollar in Malaybalay City beschlagnahmt worden. Und bereits im Jahr 2000 gab es einen entsprechenden Fund in Höhe von 60 Milliarden Dollar, der aus dem Land geschmuggelt werden sollte. (Quelle: BBC, 20.02.01)
April 2001, London, UK
Fake bonds found at Graham Halksworth's
In einem Safe der Londoner HSBC Bank wird ein hoher Betrag an gefälschten US-Wertpapieren aufgefunden. Sie sollen zum Teil mit Tintenstrahldruckern hergestellt worden sein. Etwa zur gleichen Zeit gibt es zwei Festnahmen in Australien, die gefälschte Dokumente mit Beglaubigungen des Safe-Inhabers bei sich trugen. (Quelle: BBC, 18.09.03)

"Dollar" statt Dollars: Nahm man es 1934 mit der Sprache noch nicht so genau?
Juli 2003, Washington, USA
«Fraudulent Federal Reserve Note Schemes»
Die FED warnt vor gefälschten Bonds:
Since the issuance of the Federal Reserve's last pronouncement about fraudulent investment schemes in 2002, Board staff has become aware of the growing use of altered Federal Reserve Notes as part of illicit investment schemes. The notes are in face amounts of $1 billion, $100 million, or $50 million or some other astronomically large amount and have "coupons" attached to them. (Quelle: FED, 16.07.03)
September 2003, London, UK
«Scientist jailed for six years for trillion-dollar swindle»
Zwei Jahre nach dem Fund in der Londoner HSBC Bank werden zwei Männer in der britischen Hauptstadt zu je sechs Jahren Haft verurteilt. Insgesamt sollen sie gefälschte US Bonds in Höhe von 2,5 Billionen Dollar ($2.5 trillion) in Umlauf gebracht haben. Einer der Männer ist angeblich ein ehemaliger jugoslawischer Agent aus Titos Zeiten. Er beteuert: "Ich weiß, was die Regierungen tun. Ich weiß, dass die Regierungen Dinge tun, über die wir nichts wissen."
Wieder geht es um einen möglichen Flugzeugabsturz auf den Philippinen. Demnach sollte 1948 eine Boeing B-29 die Federal Reserve Bonds von 1934 nach China transportieren. Sie wären die Gegenleistung für große Mengen an Gold gewesen, die angeblich von Chinas Nationalistenführer Chiang Kai-Shek außer Landes in die USA geschafft wurden. Kurz nach dem Start vom US-Stützpunkt Clark Air Base sei die Maschine mit den Wertpapieren an Bord dann verunglückt. (Quellen: BBC, 20.02.01, The Independent 01.11.03, The Guardian 19.09.03)
Nonsens? Nicht ganz. Die Geschichte geht u. a. auf Recherchen von Journalisten namens Sterling und Peggy Seagrave zurück, die in Südostasien aufgewachsen sind:
Hauptsächlich dreht sich das Buch um einen mystischen Schatz: Yamashita’s Gold. Demnach hat ein japanischer General namens Yamashita Tomoyuki vor der Kapitulation Japans im Jahr 1945 den Befehl gegeben, das gesamte Vermögen der japanischen Südostasien-Armee - die Schätzungen reichen von 25 bis 100 Milliarden Dollar - an fast 200 Stellen der Philippinen zu verstecken. Auch ein ellenlanger SPIEGEL-Artikel aus dem Jahr 1987 ist dem Schatz hinterher gejagt: General Yamashita und sein verfluchtes Gold. Ein äußerst spannendes Thema - Beute haben die USA in ihren Kriegen zuhauf gemacht.
Aber schon wieder: Was ist falsch - was ist wahr??? Weder bei der obigen Seriennummer des Flugzeugs noch bei den Namen der Verunglückten gibt das Internet irgendeine Auskunft.
August 2004, San Diego, USA
«Customs displays phony 1930s cash, bonds»
In einem Paket, das von den Philippinen kam, beschlagnahmen US-Zöllner ein Fotoalbum, zwischen dessen Seiten schimmelige Bonds und Anleihen versteckt waren ("Sie stinken. Wörtlich und bildlich"). Es handelte sich um Stückelungen mit 500.000, 100 Millionen, und 500 Millionen US-Dollar aus dem Jahr 1934. Auf einigen waren Postleitzahlen (Zip-Codes) aufgedruckt, die es zu dieser Zeit gar nicht gab. Die Zeitung schreibt 100.000 Dollar wäre der höchste existierende Nennwert und solche Papiere würden nur unter Banken gehandelt:
(Quelle: signonsandiego.com, 10.09.04)
April 2005, Makati City, Manila
«$3-trillion fake federal bank notes seized from 2 Britons»
Der philippinische Inlandsgeheimdienst nimmt zwei Briten fest, die versuchten, Bonds im Wert von drei Billionen US-Dollar mit einem kommerziellen Kurierdienst außer Landes zu schmuggeln. Der Bestimmungsort für das Paket war Zürich in der Schweiz. Grüezi !
(Quelle: cryptogon, Archivmaterial. Original: The Philippine Star 22.04.2005 - nicht mehr im Netz, Manila Times (Archivmaterial, 22.04.2005)
July 2005, Washington, USA
«Discovered 1930s Notes and Bonds»
The Federal Reserve is aware of several scams involving high denomination Federal Reserve notes and bonds, often in denominations of 100 million or 500 million dollars, dating back to the 1930s, usually 1934.
(Quelle: FED, 07/2005)
August 2007, Iligan City, Mindanao
«Keeper of billions of US treasury bills urges Bush to send inspection team»
Her Majesty Salvacion Legaspi-Kempe, gekröntes Oberhaupt des Gospel Ministry of the Holy Spirit for Salvation stellt sich in einem philippinischen Magazin vor. Sie teilt mit, in ihrem Schreiben an Präsident Bush bittet sie die US-Regierung, sie möge "deren verlorenen Schatz" an Bonds und US-Anleihen in Billionenhöhe wieder abholen. Ferner wäre auch das "Wellsfargo Blue Book of Redemption" in ihrem Besitz. Die Dokumente wären so viele und so schwer, dass für den Transport ein Flugzeug nötig wäre. Sie ist sich "zu fast hundert Prozent" sicher, dass das Zeugs echt ist.
(Quelle: Cagayan de Oro Journal, 03.08.07)
November 2007, New York, USA
«Scam Involving Yohannes Riyadi and/or Wilfredo Saurin»
Die Federal Reserve Bank of New York warnt ausdrücklich vor dem philippinischen Staatbürger Wilfredo Saurin, der sich hauptsächlich in Thailand aufhalten soll, wegen betrügerischer Kontoaktivitäten. Weltweite Finanzinstitutionen hätten sie darauf aufmerksam gemacht.
The fraudulent scheme includes multiple documents which purport to have the signatures of various Federal Reserve officials, including Chairman Ben Bernanke.
Offenbar hat es wieder mal die britische HSBC Bank, wie schon 2001 (siehe oben) erwischt. Congratulations !!!
(Quelle: FED, 11/2007)
Fortsetzung folgt ...
Andere Beiträge von WCN:
Chiasso-Schmuggel: Bonds over Beethoven (17.06.)
Chiasso-Gate: Berlusconis späte Rache an den USA? (13.06.)
Das Gespenst erfindet mit Hilfe eines falschen deutschen Professors und einer angeblichen philippinischen Königin auf Mindanao einen gefundenen Schatz aus dem Zweiten Weltkrieg, der von einem Flugzeugabsturz herrühren soll. Das ist die Geschichte oder zumindest ein kleiner Teil davon und das wirklich Ungeheuerliche daran ist, dass sie wahr ist. Dass alles falsch ist. Zumindest, wenn man den Fundstellen im Internet misstrauen darf.

James "Kennedy" Bond enthüllt: 1 Milliardi Dollari, echt / falsch ?
Zuerst mal die neueste Entwicklung:
In wenigen Tagen soll nach Informationen der Zeitung "La Provincia di Como" vom Samstag, die mit der lustigen Überschrift: "Ein Angriff auf die US-Finanzwelt" berichtet, eine gerichtliche Zeugenanhörung von zwei "reichen japanischen Geschäftsleuten" stattfinden. Hieße dann ja, die beiden Schmuggler halten sich weiterhin in Italien auf. Zudem soll auch in dieser Woche die endgültige Bestätigung aus den USA eintreffen, ob die Bonds und Anleihen nun echt oder gefälscht sind. Das Blatt schreibt auch, dass der Chiasso-Zwischenfall sich just einen Tag danach ereignete, als Berichte von der Zentralbank in Moskau bekannt wurden, Russland wollte sich von einem Teil seiner US-Staatsanleihen trennen.
Ansonsten - Schweigen im Walde. Seitdem das Gerücht im Internet umgeht, dass einer der beiden von den italienischen Zöllnern am 3. Juni kurzzeitig festgenommen Japaner ein Mann namens Tuneo Yamauchi sein soll, lassen die offiziellen Stellen auf italienischer und US-amerikanischer Seite keinen Pieps mehr raus. Yamauchi soll der Schwager des Vize-Vorsitzenden der Bank of Japan namens Toshiro Muto sein.
Soweit nachvollziehbar, handelt es sich um ein Gerücht aus dem Umfeld des Vatikan, das auf der Seite von AsiaNews verbreitet wurde. Sie war der scheinbar kundige Ursprung der Information, eine Zweitquelle im Internet, von der das Zitat möglicherweise hätte stammen können, gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Lediglich eine rassistische Quelle aus den USA, der Holocaustleugner Hal Turner, behauptete, Namen und Videos von der Festnahme der Japaner zu haben, aufgetaucht ist bisher aber nichts davon.
AsiaNews war im übrigen auch der erste größere Aggregator für die Mitteilung der 'Guardia di Finanza' über den Chiasso-Fund, dessen Skandal nach und nach rund um den Globus bekannt wurde.
Trotzdem: Immer fröhlich Tuneo. In jüngster Zeit haben Nationalisten aus Japan reichlich Gerüchte über verhaftete Personen in Umlauf gebracht.
Letzte Woche noch hatte es sowohl von italienischer Seite und laut eines US-Offiziellen namens Meyerhardt - der die Bonds (auf Bildern im Internet!) begutachtet hatte - geheißen, die Wertpapiere seien eindeutig gefälscht. Eine Nachrichtenagentur hatte dann sogar die italienische Mafia ins Spiel gebracht und Reuters meldete schließlich:
… Another U.S. official said the seized bonds were purported to be issued during the Kennedy administration in the early 1960s, but the certificates showed a picture of a space shuttle on it -- a spacecraft that first flew in 1981. Some of the bonds were purportedly issued in a $500 billion denomination that never existed. … (Quelle)
Faltsch Wagoni? Bleiben wir aber vorher noch ein bisschen auf der "unerschütterlichen" regierungstreuen Linie des neuen japanischen Finanzministers Kaoru Yosano, gucken wir - wo denn der alte abgeblieben ist:
Too much angesichts des womöglich geplanten "Platzenlassens" der US-Währung? Mit ins Bild der Geschichte passt vielleicht auch der Mitte Februar zurückgetretene japanische Finanzminister Soichi Nakagawa, der auf dem G7-Finanzministertreffen ordentlich einen über den Durst getrunken hatte.
Ende März hatte dann übrigens das US-Schatzamt mitgeteilt, es hätte 134,5 Milliarden Dollar aus dem TARP-Fund zurückbehalten, die für die Stützung von US-Unternehmen angedacht waren. Reiner Zufall, dass dieser Betrag exakt der Summe der in Chiasso beschlagnahmten Anleihen und Bonds entspricht?
Last und nach Stand heute zumindest auch least an Neuigkeiten: In Terrassa bei Barcelona hat die spanische Polizei drei Aktentaschen mit "gefälschten" Kennedy Bonds in Höhe von insgesamt 16,5 Milliarden US-Dollar abgefangen, die aus dem Jahr 1934 stammen sollen. Dies berichtete die spanische Nachrichtenagentur EFE einen Tag bevor der Schmuggel in Chiasso aufflog. Wer sich so ein Papierchen in bester Qualität an die Wand hängen möchte, könnte auch in einem deutschsprachigen Forum (hier) womöglich fündig werden.
Soweit die Verschwörungsoption von offizieller Seite aus betrachtet. Doch die Geschichte nimmt ihren Lauf, windet sich um einen falschen Professor aus Deutschland, der erfundenerweise am liebsten den Genopuls der Zellforschung stimuliert ("Hans") und einer wundersamen philippinischen Sekten-Queen ("Sally"), in den USA aufgewachsen, die zusammen mit Ehemann Hans ein Photo-Finishing-Studio in Nevada betrieben hat. Auf die Bühne tritt auch verkanntes Genie aus Rochester im US-Bundesstaat New York, der zwar ein schlechter Vermögensberater, aber dafür ein wahrer Meister im Fälschen von akademischen Titeln ist ("Richard").
Die Geschichte von "Hans & Sally" in Kürze im Teil 2.

Kultig - Her Majesty Salvacion Legaspi-Kempe presents:
100.000.000$ Kennedy Bonds (Fotodate: 17.01.06)
Weiter geht's mit einem geheimnisvollen philippinischen Geschäftsmann mit vielen Pässen, der bis dato von den US-Behörden gesucht wird und doch so frei ist, sich eine Investmentfirma in den USA leisten zu können (Si, in Nevada registriert, Status: Active). Sein Name: Wilfredo Sarabia Saurin.

Saurins Passport - Wieder echt falsch: Psy-Op vom feinsten?
Die Story von Wilfredo Saurin und seinen unglaublichen Dokumenten, die haarige Geschichte mit dem fischigen "Office of International Treasury Control" (OITC) in Kürze im Teil 3.
Uff - man merkt schon, da ist viel Musik drin, und einige Noten bzw. Töne können nicht echt sein. Aber was die Medienlandschaft bisher verpasst hat (gewollt oder nicht), ist schon Schande genug und bietet allerlei Anlass zum Staunen. Deshalb nachfolgend in der gebotenen Kürze die Medien-Chronik aus "glaubhaften" Quellen über die wundersamen Bonds, die möglicherweise ihren Ursprung auf den Philippinen haben.
Als Blogger kommt man sich tatsächlich vor wie Indiana Jones auf der Jagd nach einem verlorenen Schatz (20min.ch), wobei die mangelnden Auskünfte respektive die Ahnungslosigkeit der Behörden sicher das ihrige dazu beitragen.
Februar 2001, Cagayan de Oro, Northern Mindanao
«Trillions of fake US bonds seized»
Die Polizei beschlagnahmt bei einer Hausdurchsuchung US Bonds im Gesamtwert von 2 Billionen Dollar (in engl.: $2 trillion) Dollar. Die Stückelungen reichen von 10.000 bis 250.000.000.
Neben anderen Währungen werden auch gefälschte deutsche Wertpapiere in einer Gesamthöhe von 10 Millionen (Angabe in Dollar) sichergestellt.
Ein Sprecher des US-Finanzministeriums sagte, die Fälschungen wären von sehr guter Qualität, aber einige der Bond-Nennwerte gäbe es überhaupt nicht. (Anm.: "Kommt einem irgendwie bekannt vor!")
Die Festgenommenen geben an, es handele sich bei den hohen Beträgen um einen Teil eines Fundes, der von einem längst vergangenen Flugzeugabsturz herrühre.
Einen Monat zuvor waren Banknoten und Wertpapiere in Höhe von 50 Milliarden Dollar in Malaybalay City beschlagnahmt worden. Und bereits im Jahr 2000 gab es einen entsprechenden Fund in Höhe von 60 Milliarden Dollar, der aus dem Land geschmuggelt werden sollte. (Quelle: BBC, 20.02.01)
April 2001, London, UK
Fake bonds found at Graham Halksworth's
In einem Safe der Londoner HSBC Bank wird ein hoher Betrag an gefälschten US-Wertpapieren aufgefunden. Sie sollen zum Teil mit Tintenstrahldruckern hergestellt worden sein. Etwa zur gleichen Zeit gibt es zwei Festnahmen in Australien, die gefälschte Dokumente mit Beglaubigungen des Safe-Inhabers bei sich trugen. (Quelle: BBC, 18.09.03)

"Dollar" statt Dollars: Nahm man es 1934 mit der Sprache noch nicht so genau?
Juli 2003, Washington, USA
«Fraudulent Federal Reserve Note Schemes»
Die FED warnt vor gefälschten Bonds:
Since the issuance of the Federal Reserve's last pronouncement about fraudulent investment schemes in 2002, Board staff has become aware of the growing use of altered Federal Reserve Notes as part of illicit investment schemes. The notes are in face amounts of $1 billion, $100 million, or $50 million or some other astronomically large amount and have "coupons" attached to them. (Quelle: FED, 16.07.03)
September 2003, London, UK
«Scientist jailed for six years for trillion-dollar swindle»
Zwei Jahre nach dem Fund in der Londoner HSBC Bank werden zwei Männer in der britischen Hauptstadt zu je sechs Jahren Haft verurteilt. Insgesamt sollen sie gefälschte US Bonds in Höhe von 2,5 Billionen Dollar ($2.5 trillion) in Umlauf gebracht haben. Einer der Männer ist angeblich ein ehemaliger jugoslawischer Agent aus Titos Zeiten. Er beteuert: "Ich weiß, was die Regierungen tun. Ich weiß, dass die Regierungen Dinge tun, über die wir nichts wissen."
Wieder geht es um einen möglichen Flugzeugabsturz auf den Philippinen. Demnach sollte 1948 eine Boeing B-29 die Federal Reserve Bonds von 1934 nach China transportieren. Sie wären die Gegenleistung für große Mengen an Gold gewesen, die angeblich von Chinas Nationalistenführer Chiang Kai-Shek außer Landes in die USA geschafft wurden. Kurz nach dem Start vom US-Stützpunkt Clark Air Base sei die Maschine mit den Wertpapieren an Bord dann verunglückt. (Quellen: BBC, 20.02.01, The Independent 01.11.03, The Guardian 19.09.03)
Nonsens? Nicht ganz. Die Geschichte geht u. a. auf Recherchen von Journalisten namens Sterling und Peggy Seagrave zurück, die in Südostasien aufgewachsen sind:
GOLD WARRIORS
...
Unfortunately, at this very moment, another large stash of FRNs and FRBs began coming onto the market, recovered from U.S. military planes that had crashed long ago in the jungles of Mindanao.
According to reliable sources who visited the wrecked aircraft and recovered the dogtags of the crew, the truth is as follows: In May 1948, four US Air Force planes on their way from California to Malaysian Borneo, refuelled at Clark just north of Manila, then continued on their way toward Borneo. A typhoon that had been brewing in the western Pacific moved directly into their flight path, and all four planes crashed into the mountains of Mindanao. In the doomed flight were two B-29 Superfortresses of the type that had dropped atomic bombs on Hiroshima and Nagasaki, plus a new modified version of the same plane called a B-50, and a much smaller twin-engined B-26. The lead B-29 had the serial number 7695132. Among the dead aboard were General Frank Reagan, Colonel John Reagan, and crewmen named Colling, Dalton, Johnrey, and Withor. The two B-29s were carrying thousands of Federal Reserve notes and bonds, in boxes from Chase Manhattan and Wells Fargo banks. The B-29s were wearing the livery of General Clair Chennault’s Civil Air Transport (CAT), partly owned by the CIA through a front in Delaware named Airdale Corporation.31 In 1948, the CIA was using CAT to fly four million tons of supplies each month to Generalissimo Chiang Kai-shek’s forces, which were rapidly losing all of China to the communists. These two CAT B-29s loaded with billions of dollars worth of FRNs and FRBs, were on their way to Malaysia on a roundabout route to southwestern China by way of Thailand and Burma.
The B-50, which had recently been built by Boeing to carry nuclear weapons for the Strategic Air Command (SAC), had a cargo of 117 canisters of uranium. At this time Washington was seriously considering dropping “dirty bombs” on Red China and North Korea. The B-26 was escorting the B-50 to a secret airbase in Thailand, which was being prepared by SAC in the event of such a nuclear war.
...
(Quelle)
...
Unfortunately, at this very moment, another large stash of FRNs and FRBs began coming onto the market, recovered from U.S. military planes that had crashed long ago in the jungles of Mindanao.
According to reliable sources who visited the wrecked aircraft and recovered the dogtags of the crew, the truth is as follows: In May 1948, four US Air Force planes on their way from California to Malaysian Borneo, refuelled at Clark just north of Manila, then continued on their way toward Borneo. A typhoon that had been brewing in the western Pacific moved directly into their flight path, and all four planes crashed into the mountains of Mindanao. In the doomed flight were two B-29 Superfortresses of the type that had dropped atomic bombs on Hiroshima and Nagasaki, plus a new modified version of the same plane called a B-50, and a much smaller twin-engined B-26. The lead B-29 had the serial number 7695132. Among the dead aboard were General Frank Reagan, Colonel John Reagan, and crewmen named Colling, Dalton, Johnrey, and Withor. The two B-29s were carrying thousands of Federal Reserve notes and bonds, in boxes from Chase Manhattan and Wells Fargo banks. The B-29s were wearing the livery of General Clair Chennault’s Civil Air Transport (CAT), partly owned by the CIA through a front in Delaware named Airdale Corporation.31 In 1948, the CIA was using CAT to fly four million tons of supplies each month to Generalissimo Chiang Kai-shek’s forces, which were rapidly losing all of China to the communists. These two CAT B-29s loaded with billions of dollars worth of FRNs and FRBs, were on their way to Malaysia on a roundabout route to southwestern China by way of Thailand and Burma.
The B-50, which had recently been built by Boeing to carry nuclear weapons for the Strategic Air Command (SAC), had a cargo of 117 canisters of uranium. At this time Washington was seriously considering dropping “dirty bombs” on Red China and North Korea. The B-26 was escorting the B-50 to a secret airbase in Thailand, which was being prepared by SAC in the event of such a nuclear war.
...
(Quelle)
Hauptsächlich dreht sich das Buch um einen mystischen Schatz: Yamashita’s Gold. Demnach hat ein japanischer General namens Yamashita Tomoyuki vor der Kapitulation Japans im Jahr 1945 den Befehl gegeben, das gesamte Vermögen der japanischen Südostasien-Armee - die Schätzungen reichen von 25 bis 100 Milliarden Dollar - an fast 200 Stellen der Philippinen zu verstecken. Auch ein ellenlanger SPIEGEL-Artikel aus dem Jahr 1987 ist dem Schatz hinterher gejagt: General Yamashita und sein verfluchtes Gold. Ein äußerst spannendes Thema - Beute haben die USA in ihren Kriegen zuhauf gemacht.
Aber schon wieder: Was ist falsch - was ist wahr??? Weder bei der obigen Seriennummer des Flugzeugs noch bei den Namen der Verunglückten gibt das Internet irgendeine Auskunft.
August 2004, San Diego, USA
«Customs displays phony 1930s cash, bonds»
In einem Paket, das von den Philippinen kam, beschlagnahmen US-Zöllner ein Fotoalbum, zwischen dessen Seiten schimmelige Bonds und Anleihen versteckt waren ("Sie stinken. Wörtlich und bildlich"). Es handelte sich um Stückelungen mit 500.000, 100 Millionen, und 500 Millionen US-Dollar aus dem Jahr 1934. Auf einigen waren Postleitzahlen (Zip-Codes) aufgedruckt, die es zu dieser Zeit gar nicht gab. Die Zeitung schreibt 100.000 Dollar wäre der höchste existierende Nennwert und solche Papiere würden nur unter Banken gehandelt:
(Quelle: signonsandiego.com, 10.09.04)
April 2005, Makati City, Manila
«$3-trillion fake federal bank notes seized from 2 Britons»
Der philippinische Inlandsgeheimdienst nimmt zwei Briten fest, die versuchten, Bonds im Wert von drei Billionen US-Dollar mit einem kommerziellen Kurierdienst außer Landes zu schmuggeln. Der Bestimmungsort für das Paket war Zürich in der Schweiz. Grüezi !
(Quelle: cryptogon, Archivmaterial. Original: The Philippine Star 22.04.2005 - nicht mehr im Netz, Manila Times (Archivmaterial, 22.04.2005)
July 2005, Washington, USA
«Discovered 1930s Notes and Bonds»
The Federal Reserve is aware of several scams involving high denomination Federal Reserve notes and bonds, often in denominations of 100 million or 500 million dollars, dating back to the 1930s, usually 1934.
(Quelle: FED, 07/2005)
August 2007, Iligan City, Mindanao
«Keeper of billions of US treasury bills urges Bush to send inspection team»
Her Majesty Salvacion Legaspi-Kempe, gekröntes Oberhaupt des Gospel Ministry of the Holy Spirit for Salvation stellt sich in einem philippinischen Magazin vor. Sie teilt mit, in ihrem Schreiben an Präsident Bush bittet sie die US-Regierung, sie möge "deren verlorenen Schatz" an Bonds und US-Anleihen in Billionenhöhe wieder abholen. Ferner wäre auch das "Wellsfargo Blue Book of Redemption" in ihrem Besitz. Die Dokumente wären so viele und so schwer, dass für den Transport ein Flugzeug nötig wäre. Sie ist sich "zu fast hundert Prozent" sicher, dass das Zeugs echt ist.
(Quelle: Cagayan de Oro Journal, 03.08.07)
November 2007, New York, USA
«Scam Involving Yohannes Riyadi and/or Wilfredo Saurin»
Die Federal Reserve Bank of New York warnt ausdrücklich vor dem philippinischen Staatbürger Wilfredo Saurin, der sich hauptsächlich in Thailand aufhalten soll, wegen betrügerischer Kontoaktivitäten. Weltweite Finanzinstitutionen hätten sie darauf aufmerksam gemacht.
The fraudulent scheme includes multiple documents which purport to have the signatures of various Federal Reserve officials, including Chairman Ben Bernanke.
Offenbar hat es wieder mal die britische HSBC Bank, wie schon 2001 (siehe oben) erwischt. Congratulations !!!
(Quelle: FED, 11/2007)
Fortsetzung folgt ...
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Chiasso-Gate: Berlusconis späte Rache an den USA? (13.06.)
