US-Sexskandal: D.C. Madam's fette Beute
Die mehr als 100.000 Kundenkontakte eines Callgirl-Ringes, deren Telefonnummern die ehemalige Leiterin Deborah Jeane Palfrey vor kurzem im Internet veröffentlichen ließ (WCN berichtete), hat mittlerweile in den USA eine regelrechte Jagd auf mögliche prominente Nutznießer dieser Dienste ausgelöst. Larry Flynt, der Herausgeber des Erotikmagazins "Hustler", der den republikanischen Senator David Vitter anhand seiner mehrmals hinterlassenen Telefonnummer zur Strecke brachte, hat jedem eine Million Dollar versprochen, wer nachweisen kann, dass ein Kongressmitglied oder eine hochgestellte Regierungspersönlichkeit Sex mit einer Prostituierten hatte. Begründung: Er wolle sich nicht von solchen Leuten vertreten lassen, die entgegen ihres eigenen Tuns ständig Moralpredigten halten. So denken wohl viele in diesen Tagen.
Jetzt tauchen im Web auch erste Seiten auf, die einer wachsenden Community von Sensationssüchtigen ihre Dienste bei der ziemlich mühsamen Wühlarbeit durch die abfotografierten Listen anbieten. (Beispiel: dcphonelist.com). Noch sind längst nicht alle Daten via OCR-Texterkennungssystem in eine Datenbank eingespeist. Probleme gibt es zuhauf: Die Palfrey-Liste bietet nur die Telefonnummern, deren Besitzer müssen erst einmal über Telefonbücher recherchiert werden. Eine große Anzahl an Anrufen kam aus Hotels. Etliche Telefonnummern haben über die Jahre hinweg den Besitzer gewechselt. Hobby-Rechercheure stellen in Unkenntnis dessen munter Namen und Anschriften ins Internet und damit Menschen an den Pranger, die nie Sexkunden dieser "Begleitagentur" gewesen sind.
In den letzten Stunden ist ein weiteres leuchtendes Vorbild der konservativen Familienideologen verpufft: Eine liberale Aktivistengruppe namens "Citizens for Legitimate Government" hat auf ihrer Website einen führenden Republikaner-Strategen und politischen Berater namens Jack Burkman gebrandmarkt, der nachweislich im Januar 2006 bei Madame bestellt hatte.
Auch andere Informationen können als relativ verlässlich angesehen werden: Laut dem Sender ABC wurde ein kürzlich verstorbener Bundesanwalt geortet, ein hochrangiger Mitarbeiter der Weltbank sowie mehrere Führungskräfte des Internationalen Währungsfonds und der US- Raumfahrtbehörde NASA. Der Ex-Geheimdienstler Wayne Madsen, der früher bei der NSA in Telekommunikationseinrichtungen arbeitete, berichtet weiterhin von der chinesischen Botschaft in Washington, aus der Anrufe gekommen sein sollen. Auch aus der Chefetage von AOL gab es wohl Bestellungen. Währenddessen schwirren Gerüchte, dass Vitter nicht der ranghöchste Republikaner ist, der in den Listen steht.
Und was macht inzwischen der so schmählich von Gott und der Republikanerwelt im Stich gelassene Senator? Der ist abgetaucht. Sein Sprecher behauptet, er befände sich mit Frau und Kindern im Urlaub. Nun ja, so richtig glauben mag das niemand, nachdem sich eine weitere Bordellbesitzerin gemeldet hat, die dem selbsternannten Saubermann als "respektierlichen Kunden" schätzte. Und das mit seiner gestrengen besseren Hälfte namens Wendy nicht gut Kirschen zu essen ist, das beherrscht inzwischen sogar im Züricher Oberland die Schlagzeilen. Und soeben ließ die Washington Post die Katze aus dem Sack: Vitter hat mit dem Begleitservice mehrmals aus dem Senatsgebäude heraus telefoniert, während Sitzungen und Abstimmungen liefen.
Wer jetzt jedoch auf einen schnellen frischen Durchzug im spießigen Amerika hofft, dürfte enttäuscht werden, es dürften noch Wochen und Monate vergehen, bis die in den Listen ca. 0,5-1% ausmachenden relevanten "Verantwortungsträger" gefunden und ihrer eigenen Logik zufolge aus dem politischen Verkehr gezogen werden. Es sei denn - Madame Palfrey hat schon mal vorgearbeitet ...
Quellen:
Porno-König jagt US-Politiker (blick.ch, 13.07.2007)
Palfrey Called Vitter During House Votes (Washington Post, 13.07.2007)
Jetzt tauchen im Web auch erste Seiten auf, die einer wachsenden Community von Sensationssüchtigen ihre Dienste bei der ziemlich mühsamen Wühlarbeit durch die abfotografierten Listen anbieten. (Beispiel: dcphonelist.com). Noch sind längst nicht alle Daten via OCR-Texterkennungssystem in eine Datenbank eingespeist. Probleme gibt es zuhauf: Die Palfrey-Liste bietet nur die Telefonnummern, deren Besitzer müssen erst einmal über Telefonbücher recherchiert werden. Eine große Anzahl an Anrufen kam aus Hotels. Etliche Telefonnummern haben über die Jahre hinweg den Besitzer gewechselt. Hobby-Rechercheure stellen in Unkenntnis dessen munter Namen und Anschriften ins Internet und damit Menschen an den Pranger, die nie Sexkunden dieser "Begleitagentur" gewesen sind.
In den letzten Stunden ist ein weiteres leuchtendes Vorbild der konservativen Familienideologen verpufft: Eine liberale Aktivistengruppe namens "Citizens for Legitimate Government" hat auf ihrer Website einen führenden Republikaner-Strategen und politischen Berater namens Jack Burkman gebrandmarkt, der nachweislich im Januar 2006 bei Madame bestellt hatte.
Auch andere Informationen können als relativ verlässlich angesehen werden: Laut dem Sender ABC wurde ein kürzlich verstorbener Bundesanwalt geortet, ein hochrangiger Mitarbeiter der Weltbank sowie mehrere Führungskräfte des Internationalen Währungsfonds und der US- Raumfahrtbehörde NASA. Der Ex-Geheimdienstler Wayne Madsen, der früher bei der NSA in Telekommunikationseinrichtungen arbeitete, berichtet weiterhin von der chinesischen Botschaft in Washington, aus der Anrufe gekommen sein sollen. Auch aus der Chefetage von AOL gab es wohl Bestellungen. Währenddessen schwirren Gerüchte, dass Vitter nicht der ranghöchste Republikaner ist, der in den Listen steht.
Und was macht inzwischen der so schmählich von Gott und der Republikanerwelt im Stich gelassene Senator? Der ist abgetaucht. Sein Sprecher behauptet, er befände sich mit Frau und Kindern im Urlaub. Nun ja, so richtig glauben mag das niemand, nachdem sich eine weitere Bordellbesitzerin gemeldet hat, die dem selbsternannten Saubermann als "respektierlichen Kunden" schätzte. Und das mit seiner gestrengen besseren Hälfte namens Wendy nicht gut Kirschen zu essen ist, das beherrscht inzwischen sogar im Züricher Oberland die Schlagzeilen. Und soeben ließ die Washington Post die Katze aus dem Sack: Vitter hat mit dem Begleitservice mehrmals aus dem Senatsgebäude heraus telefoniert, während Sitzungen und Abstimmungen liefen.
Wer jetzt jedoch auf einen schnellen frischen Durchzug im spießigen Amerika hofft, dürfte enttäuscht werden, es dürften noch Wochen und Monate vergehen, bis die in den Listen ca. 0,5-1% ausmachenden relevanten "Verantwortungsträger" gefunden und ihrer eigenen Logik zufolge aus dem politischen Verkehr gezogen werden. Es sei denn - Madame Palfrey hat schon mal vorgearbeitet ...
Quellen:
Porno-König jagt US-Politiker (blick.ch, 13.07.2007)
Palfrey Called Vitter During House Votes (Washington Post, 13.07.2007)
