Dokumentation: Die Landungen von 50 CIA-Flugzeugen in Deutschland (3)
In Teil 3 geht es um die statistische Verteilung der CIA-Landungen auf deutschen Flughäfen, und welche Ziele steuerte die CIA von hier aus am häufigsten an.
3. Statistik: Frequentierte Flughäfen und Destinationen
Landungshäufigkeit Flughäfen:
Nachfolgend die Landungshäufigkeit auf den 20 deutschen Flughäfen, die die CIA seit September 2001 besuchte.
Destinationen:
Wohin flogen diese Flugzeuge bzw. wo kamen sie ursprünglich her? Hier eine Auswahl der Häufigkeit der Destinationen
Weitere Zwischen- oder Endstationen waren des öfteren Larnaca (Zypern), Istanbul, Diyarbakir, Antalya und Ankara (Türkei), Kairo und Luxor (Ägypten). Vergleicht man diese Destinationen auf europäischer Ebene, also auch mit Flügen, die nicht über Deutschland liefen, ergibt sich bis auf Turkmenistan durchaus ein ähnliches Bild. Über die anderen europäischen Drehkreuze wurden jedoch wesentlich häufiger Rabat (Marokko), Mitiga (Libyen), diverese osteuropäische Airports und Guantanamo Bay angeflogen.
Sehr auffällig ist, dass die Europa-Flüge von oder nach Guantanamo fast stets über die Zwischenstation Rabat in Marokko abgewickelt wurden (ein kleinerer Teil ging auch über Libyen und die Azoren). Menschenrechtsorganisationen hatten wiederholt berichtet, dass sich ein geheimes Gefangenenlager in Salé bei Rabat auf dem Gelände des französischen Geheimdienstes DST befinden soll.
Die Zielhäufigkeit Baku in Aserbaidschan setzt sich auch auf europäischer Ebene fort. Es ist zwar bekannt, dass die CIA in Baku einen logistischen Stützpunkt hat, eine nicht näher nachprüfbare russische Quelle will jedoch wissen, dass auf dem Gelände des Flughafens in Aserbaidschan vom dortigen Geheimdienst MTN den Amerikanern Gefängniszellen zur Verfügung gestellt wurden.
Etwas nachdenklich macht, dass die von Human Rights Watch und Amnesty vermuteten Geheimgefängnisse in Szczytno Szymany (Polen) und Mihail Kogalniceanu (Rumänien) von den bekannten Gefangenentransportern nur in Einzelfällen angeflogen wurden (insgesamt 3 bzw. 5 mal). Sie landeten dafür des öfteren in den Hauptstädten der betroffenen Länder. Wenn also Gefangene in einem größeren Ausmaß dorthin verbracht worden sein sollen, gibt es nur zwei Erklärungen: Entweder mussten sie in den Hauptstädten auf andere Flugzeuge umsteigen oder die Ziele wurden von weiteren bisher unbekannten Maschinen der CIA direkt angesteuert.
Zum Schluss sei noch besonders auf drei Landungen in Deutschland hingewiesen, deren Verlaufsrouten von bzw. nach Guantanamo Bay verliefen:
N313P am 19.11.2003, Route: Rabat - Frankfurt - Kabul - Rabat - Guantanamo Bay
N313P am 24.10.2004, Route: Kabul - Frankfurt - Washington - Guantanamo Bay
N982RK am 17.07.2004, Route: Washington - Guantanamo Bay - Nürnberg - Washington
siehe auch:
Teil 1: Einleitung und Summary, Downloadlink der Flugdatenliste
Teil 2: Gegenstand, Herangehensweise, Quellennachweis
...
Teil 4: Details: Flugzeuge unter die Lupe genommen
Teil 5: Exkurs: Camp-Peary-Landungsdaten
Teil 6: Schlussbemerkungen und Ausblick
3. Statistik: Frequentierte Flughäfen und Destinationen
Landungshäufigkeit Flughäfen:
Nachfolgend die Landungshäufigkeit auf den 20 deutschen Flughäfen, die die CIA seit September 2001 besuchte.
| Flughafen | Landungen |
| Frankfurt | 328 |
| Ramstein | 26 |
| München | 22 |
| Berlin | 20 |
| Stuttgart | 11 |
| Köln/Bonn | 8 |
| Augsburg | 7 |
| Nürnberg | 7 |
| Rheine/Hopsten | 7 |
| Hamburg | 5 |
| Münster/Osnabrück | 5 |
| Dresden | 3 |
| Ingolstadt | 3 |
| Karlsruhe | 3 |
| Braunschweig | 2 |
| Hahn | 2 |
| Leipzig | 2 |
| Bremen | 1 |
| Egelsbach (Hessen) | 1 |
| Hannover | 1 |
| Summe: | 464 |
Destinationen:
Wohin flogen diese Flugzeuge bzw. wo kamen sie ursprünglich her? Hier eine Auswahl der Häufigkeit der Destinationen
| Destination | Häufigkeit |
| Ashkhabad, Turkmenistan | 88 (alle N368CE) |
| Baku, Aserbeidschan | 79 |
| Bagdad, Irak | 50 |
| Amman, Jordanien | 36 |
| Taschkent, Usbekistan | 33 |
| Kabul, Afghanistan | 19 |
| Kuwait | 11 |
| Bukarest, Rumänien | 10 |
| Dubai, Arabische Emirate | 10 |
| Budapest, Ungarn | 9 |
| Islamabad, Pakistan | 9 |
| Rabat, Marokko | 7 |
| Riad, Saudi Arabien | 5 |
| Parnu, Estland | 4 |
| Guantanamo Bay | 3 |
Weitere Zwischen- oder Endstationen waren des öfteren Larnaca (Zypern), Istanbul, Diyarbakir, Antalya und Ankara (Türkei), Kairo und Luxor (Ägypten). Vergleicht man diese Destinationen auf europäischer Ebene, also auch mit Flügen, die nicht über Deutschland liefen, ergibt sich bis auf Turkmenistan durchaus ein ähnliches Bild. Über die anderen europäischen Drehkreuze wurden jedoch wesentlich häufiger Rabat (Marokko), Mitiga (Libyen), diverese osteuropäische Airports und Guantanamo Bay angeflogen.
Sehr auffällig ist, dass die Europa-Flüge von oder nach Guantanamo fast stets über die Zwischenstation Rabat in Marokko abgewickelt wurden (ein kleinerer Teil ging auch über Libyen und die Azoren). Menschenrechtsorganisationen hatten wiederholt berichtet, dass sich ein geheimes Gefangenenlager in Salé bei Rabat auf dem Gelände des französischen Geheimdienstes DST befinden soll.
Die Zielhäufigkeit Baku in Aserbaidschan setzt sich auch auf europäischer Ebene fort. Es ist zwar bekannt, dass die CIA in Baku einen logistischen Stützpunkt hat, eine nicht näher nachprüfbare russische Quelle will jedoch wissen, dass auf dem Gelände des Flughafens in Aserbaidschan vom dortigen Geheimdienst MTN den Amerikanern Gefängniszellen zur Verfügung gestellt wurden.
Etwas nachdenklich macht, dass die von Human Rights Watch und Amnesty vermuteten Geheimgefängnisse in Szczytno Szymany (Polen) und Mihail Kogalniceanu (Rumänien) von den bekannten Gefangenentransportern nur in Einzelfällen angeflogen wurden (insgesamt 3 bzw. 5 mal). Sie landeten dafür des öfteren in den Hauptstädten der betroffenen Länder. Wenn also Gefangene in einem größeren Ausmaß dorthin verbracht worden sein sollen, gibt es nur zwei Erklärungen: Entweder mussten sie in den Hauptstädten auf andere Flugzeuge umsteigen oder die Ziele wurden von weiteren bisher unbekannten Maschinen der CIA direkt angesteuert.
Zum Schluss sei noch besonders auf drei Landungen in Deutschland hingewiesen, deren Verlaufsrouten von bzw. nach Guantanamo Bay verliefen:
N313P am 19.11.2003, Route: Rabat - Frankfurt - Kabul - Rabat - Guantanamo Bay
N313P am 24.10.2004, Route: Kabul - Frankfurt - Washington - Guantanamo Bay
N982RK am 17.07.2004, Route: Washington - Guantanamo Bay - Nürnberg - Washington
siehe auch:
Teil 1: Einleitung und Summary, Downloadlink der Flugdatenliste
Teil 2: Gegenstand, Herangehensweise, Quellennachweis
...
Teil 4: Details: Flugzeuge unter die Lupe genommen
Teil 5: Exkurs: Camp-Peary-Landungsdaten
Teil 6: Schlussbemerkungen und Ausblick
