Dokumentation: Die Landungen von 50 CIA-Flugzeugen in Deutschland (2)
Teil 2 beschreibt, nach welchen Kriterien bestimmte Flugzeuge für die Untersuchung ausgewählt wurden, welche Arbeitsmittel und Methoden der Autor für die Recherche verwendete und welche Quellen im Internet dafür ausgewertet wurden.
2. Gegenstand der Untersuchung, Herangehensweise und Quellen-nachweis
Untersucht wurden die Flugbewegungen aller Flugzeuge, die öffentlich in den Verdacht einer möglichen CIA-Zugehörigkeit geraten sind oder deren Eigentümer der Zusammenarbeit mit dem US-Geheimdienst bezichtigt werden. Bis auf eine Ausnahme wurden nur solche Registriernummern berücksichtigt, die von Parlamenten (Europaparlament, Parlament Dänemark, Regionalparlament Schottland), von Flugaufsichtsbehörden (Eurocontrol, CRCO, CAA Island) oder von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International als vermutlich CIA-zugehörig eingestuft wurden.
Die Ausnahme ist die Boeing 737 mit der Registrierung N34315, die als Schwesterflugzeug der N368CE von der Vision Air betrieben wird und aus Europaflügen ähnliche Destinationen aufweist wie die letztgenannte Maschine (Bagdad, Irak). Hiervon gibt es entsprechende Medienberichte ("Stern").
Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich von Mitte September 2001 bis Mitte Juli 2006. Ob mit diesen Flugzeugen möglicherweise Gefangene transportiert worden oder nicht, war nicht Gegenstand der Untersuchung. Wieviele und welche Flüge der Logistik dienten und welche andere Zwecke verfolgten, konnte nicht differenziert werden.
Arbeitsmittel und Methoden. Die Recherchen basieren bis auf wenige Ausnahmen zum größten Teil auf öffentlich zugänglichen Quellen im Internet. Solche Quellen waren: Veröffentlichungen durch Institutionen und Behörden (Nachweise siehe unten) und die Auswertung von sogenannten Flight-Trackern, das sind Tools, mit denen Flugzeuginteressierte und Flugzeugeigentümer die Routen bestimmter Maschinen in Echtzeit nachverfolgen können. Sie werden aus Daten der US-Flugbehörde FAA gespeist, Flugbewegungen innerhalb Europas werden jedoch für gewöhnlich nicht aufgezeichnet
Beispiel: siehe http://flightaware.com.
Wo keine Daten von Institutionen oder Flight-Trackern existierten, musste auf die Beobachtung von Planespottern zurückgegriffen werden. Dies sind Flugzeugenthusiasten, die mit Feldstechern ausgerüstet auf den Flughäfen unter Angabe des Datums die Landungen und Starts von Flugzeugen notieren und zuweilen auch fotografieren. Oft werden die Daten (Movements) und Fotos im Internet veröffentlicht. Hier einige Movement-Logdaten-Beispiele für Frankfurt, Shannon, Prestwick, Genf, Budapest, Azoren. Manchmal gelingt es Beobachtern auch, Herkunft und Ziel der Maschinen zu ermitteln.
Beispiele für Fotodatenbanken finden sich u.a. hier:
planepictures.net, airliners.net, myaviation.net
Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Daten sehr konsistent sind. Da wo keine Untersuchungsergebnisse durch Institutionen vorlagen, wurden Landedaten oft wechselseitig durch verschiedene Notationen von Planespottern bestätigt. In einigen wenigen Fällen könnte sich jedoch durch die Verwendung differierender Zeitzonen (z.B. MEZ und EST) hin und wieder das Datum um plus/minus 1 Tag verschieben. Und auch die Vollständigkeit der Landungen eines Flugzeugs ist nur bei denjenigen gewährleistet, die vom Europaparlament untersucht wurden. Das waren in der Regel die Maschinen, die in der Öffentlichkeit am meisten zitiert wurden.
Zu erwähnen wäre noch, dass man für die Nachverfolgung der Wege eines Flugzeuges mit den Abkürzungscodes für Flughäfen vertraut sein sollte. Diese meist 3 oder 4-stelligen Buchstaben (ICAO- und IATA-Codes) werden sowohl von Flighttrackern als auch bei der Notierung von Planespottern verwendet. Beispiel: Die Codes für Guantanamo Bay (in Icao: MUGM, in Iata: NBW), für Camp Peary (Icao: KW94, Iata/FAA: W94) und für Frankfurt (Icao: EDDF, Iata: FRA). Eine gute Datenbank für solche Codes findet sich online bei http://www.the-airport-guide.com, eine Excel-Liste mit den Codes der wichtigsten Flughäfen stellt auf Anfrage der Autor der Untersuchung kostenlos zur Verfügung (eMail-Adresse siehe Teil 1).
Bei der fehlerfreien Übertragung von längeren Listen aus Flighttrackern wäre es im übrigen sehr hilfreich, wenn man Programmier- und Datenbankkenntnisse besäße, um mit Hilfe von selbst gebastelten Tools die Daten z.B. automatisch nach Excel einzulesen und umzuwandeln, da die Feststellung und Notation jedes einzelnen Wertes doch sehr mühsam, fehleranfällig und zeitaufwendig ist.
Ein weiteres Arbeitsmittel, um zum Beispiel den Besitzer eines bestimmten Flugzeuges zu eruieren, das in den USA zugelassen ist (der Nummer geht immer ein "N" voraus) ist die Registrierungsdatenbank der US-Flugaufsichtsbehörde FAA, Internetadresse: http://registry.faa.gov
Dort findet man auch Angaben über den Flugzeugtyp und die Seriennummer jeden Flugzeugs, über die man bei Google-Recherchen zuweilen recht aufschlussreiche Hinweise erhält. Informationen über den Eigentümer einer Firma erhält man, wenn man bei Google die Stichworte "corporate" und den Namen des Bundesstaats der Firmenadresse eintippt. Meist führt gleich die erste Fundstelle zum Erfolg, aber je nach Bundesstaat sind diese Dienste manchmal kostenpflichtig.
Quellennachweis. Die wichtigste und zuverlässigste Daten-Quelle, die viele Lücken schließen half (wir erinnern uns: Die innereuropäischen Flüge werden von den US-Flighttrackern nicht weiter aufgezeichnet), ist zweifelsohne die Untersuchung des Europaparlaments. Neben dem eigentlichen Bericht ist seit Juni auch eine Auflistung mit den von Eurocontrol zur Verfügung gestellten Flugdaten verfügbar, die lückenlos alle Flüge von insgesamt 27 CIA-Flugzeugen dokumentieren, die über europäische Flughäfen liefen. Direktflüge ab den USA z.B. nach Afrika oder nach Guantanamo fehlen allerdings. Dieser sehr aufschlussreiche Report von Claudio Fava wurde leider bisher von den Medien kaum wahrgenommen und liegt hier zum Download bereit:
http://www.statewatch.org/news/2006/jun/ep-cia-inq-research-report-Rapporteur.pdf (pdf-Datei, 82 Seiten, 874 KB)
Weitere Quellen:
CRCO-Daten (UK): Flugperiode 01/12/2001 - 14/04/2005
Eurocontrol-Flugdaten für Großbritannien
Daten der isländischen Flugaufsichtsbehörde CAA (via "Morgunbladid")
Flugdaten-Veröffentlichung des dänischen Folketinget
sowie die weiter oben erwähnten Flighttracker, Movement-Logs und Foto-Datenbanken von Planespottern.
siehe auch:
Teil 1: Einleitung und Summary, Downloadlink der Flugdatenliste
...
Teil 3: Statistik: Frequentierte Flughäfen und Destinationen
Teil 4: Details: Flugzeuge unter die Lupe genommen
Teil 5: Exkurs: Camp-Peary-Landungsdaten
Teil 6: Schlussbemerkungen und Ausblick
2. Gegenstand der Untersuchung, Herangehensweise und Quellen-nachweis
Untersucht wurden die Flugbewegungen aller Flugzeuge, die öffentlich in den Verdacht einer möglichen CIA-Zugehörigkeit geraten sind oder deren Eigentümer der Zusammenarbeit mit dem US-Geheimdienst bezichtigt werden. Bis auf eine Ausnahme wurden nur solche Registriernummern berücksichtigt, die von Parlamenten (Europaparlament, Parlament Dänemark, Regionalparlament Schottland), von Flugaufsichtsbehörden (Eurocontrol, CRCO, CAA Island) oder von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International als vermutlich CIA-zugehörig eingestuft wurden.
Die Ausnahme ist die Boeing 737 mit der Registrierung N34315, die als Schwesterflugzeug der N368CE von der Vision Air betrieben wird und aus Europaflügen ähnliche Destinationen aufweist wie die letztgenannte Maschine (Bagdad, Irak). Hiervon gibt es entsprechende Medienberichte ("Stern").
Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich von Mitte September 2001 bis Mitte Juli 2006. Ob mit diesen Flugzeugen möglicherweise Gefangene transportiert worden oder nicht, war nicht Gegenstand der Untersuchung. Wieviele und welche Flüge der Logistik dienten und welche andere Zwecke verfolgten, konnte nicht differenziert werden.
Arbeitsmittel und Methoden. Die Recherchen basieren bis auf wenige Ausnahmen zum größten Teil auf öffentlich zugänglichen Quellen im Internet. Solche Quellen waren: Veröffentlichungen durch Institutionen und Behörden (Nachweise siehe unten) und die Auswertung von sogenannten Flight-Trackern, das sind Tools, mit denen Flugzeuginteressierte und Flugzeugeigentümer die Routen bestimmter Maschinen in Echtzeit nachverfolgen können. Sie werden aus Daten der US-Flugbehörde FAA gespeist, Flugbewegungen innerhalb Europas werden jedoch für gewöhnlich nicht aufgezeichnet
Beispiel: siehe http://flightaware.com.
Wo keine Daten von Institutionen oder Flight-Trackern existierten, musste auf die Beobachtung von Planespottern zurückgegriffen werden. Dies sind Flugzeugenthusiasten, die mit Feldstechern ausgerüstet auf den Flughäfen unter Angabe des Datums die Landungen und Starts von Flugzeugen notieren und zuweilen auch fotografieren. Oft werden die Daten (Movements) und Fotos im Internet veröffentlicht. Hier einige Movement-Logdaten-Beispiele für Frankfurt, Shannon, Prestwick, Genf, Budapest, Azoren. Manchmal gelingt es Beobachtern auch, Herkunft und Ziel der Maschinen zu ermitteln.
Beispiele für Fotodatenbanken finden sich u.a. hier:
planepictures.net, airliners.net, myaviation.net
Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Daten sehr konsistent sind. Da wo keine Untersuchungsergebnisse durch Institutionen vorlagen, wurden Landedaten oft wechselseitig durch verschiedene Notationen von Planespottern bestätigt. In einigen wenigen Fällen könnte sich jedoch durch die Verwendung differierender Zeitzonen (z.B. MEZ und EST) hin und wieder das Datum um plus/minus 1 Tag verschieben. Und auch die Vollständigkeit der Landungen eines Flugzeugs ist nur bei denjenigen gewährleistet, die vom Europaparlament untersucht wurden. Das waren in der Regel die Maschinen, die in der Öffentlichkeit am meisten zitiert wurden.
Zu erwähnen wäre noch, dass man für die Nachverfolgung der Wege eines Flugzeuges mit den Abkürzungscodes für Flughäfen vertraut sein sollte. Diese meist 3 oder 4-stelligen Buchstaben (ICAO- und IATA-Codes) werden sowohl von Flighttrackern als auch bei der Notierung von Planespottern verwendet. Beispiel: Die Codes für Guantanamo Bay (in Icao: MUGM, in Iata: NBW), für Camp Peary (Icao: KW94, Iata/FAA: W94) und für Frankfurt (Icao: EDDF, Iata: FRA). Eine gute Datenbank für solche Codes findet sich online bei http://www.the-airport-guide.com, eine Excel-Liste mit den Codes der wichtigsten Flughäfen stellt auf Anfrage der Autor der Untersuchung kostenlos zur Verfügung (eMail-Adresse siehe Teil 1).
Bei der fehlerfreien Übertragung von längeren Listen aus Flighttrackern wäre es im übrigen sehr hilfreich, wenn man Programmier- und Datenbankkenntnisse besäße, um mit Hilfe von selbst gebastelten Tools die Daten z.B. automatisch nach Excel einzulesen und umzuwandeln, da die Feststellung und Notation jedes einzelnen Wertes doch sehr mühsam, fehleranfällig und zeitaufwendig ist.
Ein weiteres Arbeitsmittel, um zum Beispiel den Besitzer eines bestimmten Flugzeuges zu eruieren, das in den USA zugelassen ist (der Nummer geht immer ein "N" voraus) ist die Registrierungsdatenbank der US-Flugaufsichtsbehörde FAA, Internetadresse: http://registry.faa.gov
Dort findet man auch Angaben über den Flugzeugtyp und die Seriennummer jeden Flugzeugs, über die man bei Google-Recherchen zuweilen recht aufschlussreiche Hinweise erhält. Informationen über den Eigentümer einer Firma erhält man, wenn man bei Google die Stichworte "corporate" und den Namen des Bundesstaats der Firmenadresse eintippt. Meist führt gleich die erste Fundstelle zum Erfolg, aber je nach Bundesstaat sind diese Dienste manchmal kostenpflichtig.
Quellennachweis. Die wichtigste und zuverlässigste Daten-Quelle, die viele Lücken schließen half (wir erinnern uns: Die innereuropäischen Flüge werden von den US-Flighttrackern nicht weiter aufgezeichnet), ist zweifelsohne die Untersuchung des Europaparlaments. Neben dem eigentlichen Bericht ist seit Juni auch eine Auflistung mit den von Eurocontrol zur Verfügung gestellten Flugdaten verfügbar, die lückenlos alle Flüge von insgesamt 27 CIA-Flugzeugen dokumentieren, die über europäische Flughäfen liefen. Direktflüge ab den USA z.B. nach Afrika oder nach Guantanamo fehlen allerdings. Dieser sehr aufschlussreiche Report von Claudio Fava wurde leider bisher von den Medien kaum wahrgenommen und liegt hier zum Download bereit:
http://www.statewatch.org/news/2006/jun/ep-cia-inq-research-report-Rapporteur.pdf (pdf-Datei, 82 Seiten, 874 KB)
Weitere Quellen:
CRCO-Daten (UK): Flugperiode 01/12/2001 - 14/04/2005
Eurocontrol-Flugdaten für Großbritannien
Daten der isländischen Flugaufsichtsbehörde CAA (via "Morgunbladid")
Flugdaten-Veröffentlichung des dänischen Folketinget
sowie die weiter oben erwähnten Flighttracker, Movement-Logs und Foto-Datenbanken von Planespottern.
siehe auch:
Teil 1: Einleitung und Summary, Downloadlink der Flugdatenliste
...
Teil 3: Statistik: Frequentierte Flughäfen und Destinationen
Teil 4: Details: Flugzeuge unter die Lupe genommen
Teil 5: Exkurs: Camp-Peary-Landungsdaten
Teil 6: Schlussbemerkungen und Ausblick
