Kokainflieger-Skandal weitet sich aus

Die Beschlagnahmung von 5,5t Kokain auf einem Flughafen in Mexiko (World.Content.News berichtete) gibt erstmals seit der Iran-Contra Affäre wieder einen tieferen Einblick in die illegalen Machenschaften der CIA und ihrer Verquickung mit dem politischen Lobbyismus: Zunehmend kommt ein schwindelerregendes Karussell von Drogenhandel, Geldwäsche, Anlagebetrug und illegalem Glücksspiel ans Tageslicht. Und wie es aussieht, steht im Mittelpunkt wieder einmal "Casino-Jack", der kürzlich wegen Betrugs verurteilte US-Kongress-Abgeordnete Jack Abramoff.

Es war ein Glücksfall für Recherchierfreudige - a damned lucky shot - als der investigative Journalist Daniel Hopsicker erstmals den Firmenhintergrund der Eigner der abgefangenen Drogenkurier-Maschine aufgriff und sie in seinen Theoriezusammenhang zu den Ereignissen vom 11. September brachte. Seitdem brodelt es in der amerikanischen und schweizerischen Bloggerszene, fast täglich baggern fleißige Webworker neue Erkenntnisse über die Zusammenhänge schmutziger Finanzierungsgeschichten aus. Derzeitiger Dreh- und Angelpunkt: Apartado 10455-1000, eine Postfach-adresse in San Jose, Costa Rica.

Dort lief in den letzten Jahren alles zusammen, was findige Geschäftsleute im Zusammenspiel mit der CIA nun mal so für ihre Selbst-, Zwischen- und Rückfinanzierung benötigen. Ein angeblich honoriger und finanzstarker Trust, der dem früheren Teilhaber an der DC-9, Brent Kovar, für die Finanzierung seines Telekommunikationsbereiches mit dem Kauf von Aktien im Wert von einer Million Dollar unter die Arme griff und sich als reine Scheinfirma herausstellt. Die Firma "DuPont Investment Fund", die auf den Namen des gleichnamigen Chemieriesen anspielt, wurde eigens für dieses Geschäft erfunden, die Presse an der Nase herumgeführt.

Unter der gleichen Postfachadresse hatten aber auch noch andere, es sind fast ein Dutzend, Platz genommen: Eine Online-Gambling-Firma namens "My-Casinobuilder.com Inc ", eine Firma die für dieses Metier die dazugehörige Software liefert, die "casinogamingsoftware.com". Fahnder vermuten, dass in diesem Milieu von schwarzen Schafen zunehmend Drogengelder weißgewaschen werden.

Schließlich firmierte hier auch eine Lotteriebetrugsfirma namens "IMS Holding", die auch eine Adresse im World Trade Center II in Genf hatte, vor deren Machenschaften Behörden und Verbraucherschützer gewarnt haben. Daraufhin stellte sie wohl eiligst alle Aktivitäten ein und versuchte ihre Spuren zu verwischen. Ohne Erfolg, wie sich gleich herausstellen wird.

Denn last but not least werden hier auch noch die Geschäfte der Costa-Rica-Zweigstelle der Offshore-Firma "RedSea Management Ltd." abge-wickelt, eine legale und wohl auch erfolgreiche Firma aus Belize im Asset-Geschäft, die die Geldanlagewünsche ihrer Kunden in Steueroasen befriedigt.

Schön zu wissen, dass der Vizepräsident dieser Firma, Nic Ware, früher 10 Jahre lang bei der CIA als Abteilungsleiter für "Clandestine Services" gearbeitet hat. Schon lustig, das "SkyWay"-Inhaber Brent Kovar sich des öfteren öffentlich zu seinen ausgezeichneten CIA-Beziehungen selbst gelobhudelt haben soll, um an noch mehr Aufträge zu kommen.

Leider kommt jetzt heraus, dass es neben der gemeinsamen Postfachadresse zwischen der ehrenwerten "RedSea" und der Betrugsfirma IMS einen weiteren direkten Zusammenhang gibt: Ist doch der Ansprechpartner von RedSea für Costa Rica peinlicherweise identisch mit der Person, die den Hostrechner von IMS angemeldet hat. ein gewisser Johann Arias, fix in Anlage- und EDV-Beratung. Er hatte alle Spuren von IMS im Internet, selbst im Webarchiv, erfolgreich entfernt, dass man ihm jetzt über "Whois" auf die Schliche kam, daran hat er wohl im Traum nicht daran gedacht.

Möglich das RedSea jetzt in Schwierigkeiten kommt, aber die Behördenmühlen mahlen, wenn überhaupt, dann nur langsam. Die "basisdemokratischen Recherchen" laufen im Moment dagegen noch auf Hochtouren, über allerlei Mysteriositäten ließe sich noch berichten.

Da wäre z.B. das im Aussehen völlig identische Zwillingsflugzeug der DC-9, die ehemalige "Graubünden" aus der Schweiz, die beide mit ihrem homeland-security-ähnlichen Logo Freund und Feind narrten. Dann noch eine weitere Firma namens IMS aus der Blue-tooth-Ecke, die einem Besitzer gehört, der rechtzeitig vor dem Bankrott von SkyWay ausgeschieden ist, und mit seinem mitgenommenen Knowhow anscheinend kräftigst Umsatz macht. Und dass Brent Kovar, der Günstling von Tom DeLay, noch längst nicht ausgeträumt hat.

Der Zirkelschluss hängt zwar noch etwas in der Schwebe, Kundige meinen aber zu wissen, dass da wieder einmal der trickreiche Gambler Jack Abramoff die Strippen gezogen hat. Schließlich hat sich Brent Kovar, als er schon pleite war, noch eine 100.000 Dollar teure VIP Loge im "Raymond James Stadium" in Tampa leisten können, Abramoff soll in solchen Logen seine Deals gemacht haben. Und da ist auch noch die Gambling Federation in Belize, die unter der gleichen Adresse residiert wie RedSea. Von dort aus führt die Spur wieder nach Florida zum Interactive Gaming Council, auf deren Mitgliederliste ein gewisser Greenberg Traurig steht. Abramoffs früherer Brötchengeber.

Noch traut sich die Kommerz-Presse nicht ran an das Thema, weil sie Angst hat, Verschwörungstheoretikern auf den Leim zu gehen, auch der doch äußerst schwergewichtige Drogenfund wurde, wenn überhaupt, nur in einer Zwei-Zeilen-Meldung abgekanzelt, aber - so meint jedenfalls der Autor - ein solcher Einblick in den lupenreinen Stoff über das Darknet der westlichen Gesellschaft bietet sich nur selten. Und es ist erst der Anfang.

Wer den weiteren Fortgang des Cover-Ups verfolgen möchte oder auch was dazu beizutragen weiß, dem seien folgende Seiten empfohlen:

journalismus von heute
(Schweizer Newsblog aus dem Bankenmekka, präzise und oft humorvoll)

madcowprod.com
(Journalist Hopsicker aus Venice, FL, für den der 9/11 ein Heimspiel war)

gnn.tv
(Bush-Gegner, US, hier findet ein reger Austausch von Erkenntnissen statt)

Google-Suche: Cocaine CIA Kovar
(zum Mitzählen, Stand Google 10.05.: 502 gefundene Seiten)

Kategorie: Geheimdienste

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